Virgil und das Osterfest. . .

Ich möchte dir heute mal eine Geschichte zeigen, eine Geschichte von einem kleinen Hamster ❤. 

Diese Geschichte hat Tracy für dich geschrieben, auf ihrem Blog schreibt sie viele Geschichten über ganz unterschiedliche Themen. Schau dort dochmal vorbei.😉

Virgil und das Osterfest . . .

Hallo, mein Name ist Virgil und ich bin nun ja, ein Hamster. Um genauer zu sein, ein  Goldhamster. Also einer der besonders süßen Sorte. Wenn du dich jetzt fragst, warum ein Hamster sprechen kann, haben wir ja immerhin schon einmal eine Sache gemeinsam. Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich es einfach kann. Ich kann aber auch noch ganz viele andere Sachen. Würde ich diese anfangen aufzuzählen, säßen wir übermorgen immer noch hier. Das Wichtigste was es zu mir erstmals zu wissen geben sollte ist, dass ich wie jedes andere Lebewesen atme, fühle und auch denke. Auch wenn der Mensch oftmals anderer Meinung ist, unterscheiden wir Tiere uns nicht so groß von ihnen. Auch wir brauchen die Luft zum atmen und Nahrung zum überleben. Ich persönlich liebe Sonnenblumenkerne mindestens genauso sehr wie Milly. Dass wir beide alles andere als faul sind, merkt man daran wie sportlich wir beide sind. Ich in meinem Laufrad und sie auf ihrem Laufband, das im Wohnzimmer steht. Milly ist meine Menschenmama. Ich nenne sie Mama, weil sie sich wie eine liebende Mutter um mich kümmert und sorgt. Sie erzählt mir Gute-Nacht-Geschichten und wenn ich krank bin, weicht sie nicht von meiner Seite.

Milly ist toll und am allerliebsten hätte ich sie den ganzen Tag bei mir. Aber das geht leider nicht. Sie verlässt an fünf Tagen der Woche immer ganz früh die Wohnung und kommt erst ganz spät heim. Arbeiten nennt sie das, was sie tut, wenn sie nicht hier ist. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich mag es nicht. Es macht sie nämlich immer so müde und manchmal ist sie sogar sehr schlecht gelaunt, wenn sie heimkommt. Dunkle Falten fallen dann über ihr Gesicht und ich bekomme kaum Aufmerksamkeit. Das kommt aber zum Glück nicht allzu oft vor. Momentan beunruhigt mich aber nur eine Sache. Milly macht kein Sport mehr. Statt dessen liegt sie fast den ganzen Tag auf der Couch und schläft nur. Ist sie krank? Sie geht nicht mal mehr arbeiten. Sie hat abgenommen und wirkt ziemlich mager. Ich kann nicht aufhören mich zu sorgen. Sie will nicht einmal mehr mit mir reden. Ich kann von Glück reden, dass sie nicht vergisst, mich zu füttern. Irgendwann jedoch bin ich fast so krank vor Sorge, dass mich der Mut packt, sie zu fragen, ob sie krank ist. Verwundert starrt sie mich an und fragt mich, wie ich denn darauf komme. „Du isst und trinkst nichts mehr!“, antworte ich besorgt. „Du schläfst nur noch.“ Plötzlich beginnt sie zu lachen. „Natürliche esse und trinke ich. Nur schläfst du bereits, wenn ich das tue.“ „Warum?“, will ich wissen. „Ich faste.“, lautet ihre Antwort. Fasten nennt man das also, wenn man nur noch nachts isst. Interessant. „Warum?“, frage ich nochmal.

Sie schenkt mir ein warmherziges Lächeln, als sie meinen Käfig öffnet, um mich rauszuholen. Nun liege ich auf ihrem Schoß, während sie sanft über mein Fell streicht. „Bald ist Ostern, Virgil“, erklärt sie mir, aber das beantwortet meine Frage nicht. Ich kenne Ostern zwar, aber warum man deshalb nur bei Nacht isst, ist mir ein Rätsel.

Fasten was ist das wohl? 

Ich weiß, dass Ostern zugunsten der Auferstehung Jesus gefeiert wird und dass es Tradition ist, dass Kinder die Ostereier suchen, aber ich weiß nicht, was das genau damit zu tun haben soll, dass Milly nur noch nachts isst. Der Osterhase ist beneidenswert. Seinen Job hätte ich gern. Er darf die Ostereier verstecken und mit den Kindern spielen. „Die Fastenzeit ist eine Vorbereitung auf Ostern, in der man Buße tut und als Zeichen dafür auf wichtige Dinge verzichtet wie zum Beispiel Essen oder Trinken. Bei manchen ist es das Rauchen oder einfach nur der Verzicht auf Fleisch. Es sind 40 Tage und 40 Nächte, in denen wir so Jesus unsere Hingabe und Dankbarkeit zeigen, denn immerhin starb er für unsere Sünden-“ „-und ist wieder auferstanden!“, füge ich hinzu. Milly nickt. Ich denke eine Weile über das was sie gesagt hat nach, als ich sie schließlich frage: „Können Tiere auch fasten?“ Sie lacht. „Das weiß ich nicht, Virgil.“ „Ich möchte auch mit dir fasten!“, sage ich bestimmt und denke gleichzeitig an nichts anderes als Futter. Milly lächelt. Anscheinend gefällt ihr der Gedanke. „Du versuchst es einfach so gut du kannst, okay?“, erwidert sie. „Und wenn du nicht mehr kannst, wird gegessen!“ Ich widerspreche ihr nicht und plötzlich überkommt mich ein schönes Gefühl. Ein Gefühl der Freude, denn ich Virgil – das Hamster – werde fasten!

 

Wird der kleinen Vigil es schaffen? Nun ich glaube nicht, Hamster und Fasten das geht doch gar nicht 😀 Danke an Martin Braak für die Bilder.

PS: Hamster sind natürlich Nachtaktiv und sind daher für die meisten Kinder nicht geeignet 🙂

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